
Andreas Gross, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Lateinamerika
„Lateinamerika ist mehr als ein Reiseziel: Es ist ein Zustand, ein Lebensgefühl.“ Dieser Willkommensgruß der Arbeitsgemeinschaft Lateinamerika könnte auch das Fazit der Veranstaltung sein, die vergangene Woche an der Merkur Akademie International (M.A.I.) stattfand: Andreas Gross, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft, brachte angehenden Betriebswirten mit Schwerpunkt Tourismus diesen hochinteressanten Wirtschafts- und Kulturraum nahe. Mit dabei waren auch Studierende der Merkur Internationale FH Karlsruhe, die sich im Rahmen von Kulturraumstudien ebenfalls mit dem Thema Lateinamerika beschäftigen.
In einem sehr lebendigen Vortrag führte Gross sein junges Publikum an die Region zwischen Rio Grande und Feuerland heran. Dabei konnte er aus der Fülle seiner über 35-jährigen Erfahrung und eines beeindruckenden Bildmaterials schöpfen – von den Stränden Mexikos und den Urwäldern Mittelamerikas über die Anden bis zu den Gletschern Chiles und der Traumstadt Rio de Janeiro.
Zukunftsträchtiger Markt und wichtige Partnerregion Deutschlands
Etwa 500 Millionen Menschen bewohnen diesen riesigen Raum. Die – ausgenommen Brasilien – gemeinsame Sprache Spanisch täuscht leicht darüber hinweg, dass sich diese Regionen in Geographie, Klima, Kultur und Bevölkerungsstruktur stark voneinander unterscheiden: Zwischen europäisch geprägten Ländern wie Uruguay und Argentinien, tropischen Gebieten mit einem hohen Anteil schwarzer Bevölkerung – wie Nordostbrasilien oder der Karibikküste – und Staaten, in denen die Indianer eine starke Minderheit oder sogar die Bevölkerungsmehrheit bilden wie Bolivien, Paraguay oder Guatemala, sind die Unterschiede größer als die Gemeinsamkeiten.
Lateinamerika ist ein bedeutender Wirtschaftsraum und wichtiger Handelspartner. Die Beziehungen Deutschlands zu Lateinamerika sind seit jeher eng und gut; aber auch gutes ist natürlich ausbaufähig: Nur drei Prozent aller deutschen Urlauber entscheiden sich bislang für ein Reiseziel in Lateinamerika; dabei geben die Bundesbürger jährlich etwa 60 Milliarden Euro für den Urlaub aus. Andererseits kommen auch zunehmend wohlhabende Lateinamerikaner als Urlauber nach Deutschland – für Touristiker also ein weites Feld, das es hier zu beackern gilt.
„Ich freue mich, dass wir Herrn Gross erneut in unserem Haus begrüßen konnten. Die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Lateinamerika wollen wir künftig noch vertiefen und somit dazu beitragen, dass Lateinamerika noch mehr ins Bewusstsein der künftigen Touristiker rückt“, beschreibt M.A.I.-Schulleiterin Martina Siere-Heinsohn das gesteckte Ziel.
In der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Lateinamerika e. V. haben sich über 60 Mitglieder aus allen Sparten des Tourismus zusammengeschlossen und setzen sich für ein verbessertes Verständnis dieses einzigartigen Kultur- und Naturraumes ein.
