„Wie funktioniert das soziale Netz?“, wollen die Schülerinnen und Schüler des Kaufmännischen Berufskollegs der M.A.I. wissen, die Steffen Hausch von der BARMER Krankenkasse zu sich in den Unterricht Gesamtwirtschaft eingeladen haben. Steffen Hausch antwortet sehr konkret: „Im Prinzip ist es ganz einfach. Das soziale Netz basiert auf dem Solidaritätsprinzip: Einer für alle, alle für einen. Inhaltlich steht es für die Zweige der Sozialversicherung, aber auch für Sozialhilfe, Kindergeld oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. 680 Milliarden Euro kostet das soziale Netz die Deutschen pro Jahr. Das bedeutet: Pro Sekunde ein Mittelklasse PKW. Und das heißt: Über 4 Mio. Beschäftigte sind im sozialen Netz tätig, das international sehr anerkannt ist und staatlich kontrolliert wird.“
Wie der Zusammenhang zum Solidaritätszuschlag zu sehen ist, will nun die Klasse erklärt bekommen. „Der war vorübergehend „eben solidarisch“ für den Aufbau der neuen Bundesländer nach der Einheit gedacht. Warum es den heute noch mehr als 20 Jahre nach der Einheit gibt, damit befasst sich aktuell das Bundesverfassungsgericht“, erklärt Steffen Hausch.
„Welche Probleme kommen im sozialen Netz auf uns zu?“, interessiert die Schülerinnen und Schüler. „Wir haben zurzeit 100 Beitragszahler für 43 Rentner. In 20 Jahren werden es ungefähr 61 Rentner pro 100 Zahler sein. Das wird eine immense Herausforderung für das soziale Netz sein“, erläutert Hausch und rät: „Unabdingbar ist für Sie die private Vorsorge für das Alter.“ Die Klasse realisiert betroffen die Folgen der Bevölkerungsentwicklung und hakt nun noch zum in den Medien kritisch diskutierten Gesundheitsfonds nach. Steffen Hausch führt aus: „Der frisch eingeführte Gesundheitsfonds, einhergehend mit dem Einheitsbeitragssatz von 14,9 % bei allen Krankenkassen, steht für eine Art Sammelstelle der Krankenversicherungseinnahmen. Vom Fonds wird das Geld auf die einzelnen Krankenkassen umverteilt – je nachdem, wie viel sie brauchen.“
Die 90 Minuten Gesprächszeit vergehen im Nu. Wie hat die Klasse das Gespräch erlebt? „Es war gut, von einem Vertreter aus der Praxis anschauliche Infos zum sozialen Netz zu bekommen. Jetzt wissen wir, wie es funktioniert. Und von den Problemen sowie Möglichkeiten, wie wir selbst gegensteuern können“, ist das einheitliche Feedback der Schülerinnen und Schüler. Die freuen sich auch, dass sie alles Erfahrene direkt mit dem Lehrplanstoff „Soziale Sicherung in Deutschland“ verknüpfen können.
Infos zu den Kaufmännischen Berufskollegs, die nach der Mittleren Reife zur Fachhochschulreife führen, erhalten Sie unter 07 21/1 30 3-0 oder www.merkur-akademie.de.


