Phillip Ziser von burundikids e.V. berichtet über aktuelle Projekte in Bujumbura an der M.A.I. – Patenschaften werden übernommen

„In Burundi gibt es ca. 8 Mio. Menschen, von denen mehr als die Hälfte jünger als 18 Jahre ist. Der zehnjährige Krieg hat praktisch die ganze Generation zwischen den Jungen und Alten ausgelöscht. 90 % der Bewohner leben in einfachsten Verhältnissen. Sie essen eine Mahlzeit am Tag, meist Reis mit Bohnen“, erläutert Philipp Ziser von Burundikids e.V. in der letzten Woche den Schülerinnen und Schülern der Comenius Ganztagsrealschule sowie der beruflichen Schulen der Merkur Akademie International (M.A.I.) die Lebensumstände in Burundi, einem Land kleiner als Baden-Württemberg. Dabei geht er speziell auf die Situation der Kinder ein. Ziser erklärt, dass die Hälfte der Kinder nicht zur Schule gehen können, es ca. 800.000 Waisen- und ca. 3000 Straßenkinder gibt. Die Haupttodesursache der Menschen sei Malaria, da fast immer das Geld für die Medikamente im Wert von 1 € fehlen: „Den meisten Familien steht nur 1 € pro Tag für Lebensmittel insgesamt zur Verfügung.“
„Jedes Engagement hilft“, ist das Credo des Journalisten Ziser, der sich seit 2006 für die Projekte von burundikids e.V. einsetzt. Der Verein gibt Straßenkindern, Kriegs- und Aidswaisen in Burundi, dem Herzen Afrikas, ein Zuhause. In der dort gegründeten Schule erhalten 800 Kinder eine Schulbildung von burundischen Lehrkräften. Die Kinder bringen sich über praktische Arbeit wie dem Basteln und dem Verkauf von Weihnachtsengeln oder dem Backen von Brot ein. Sie erfahren neben der Ausbildung auch eine kulturelle Förderung, z.B. beim Trommelspiel, das als „ehrenwert“ gilt. Neben der Schule gibt es ein Frauenhaus, in dem junge Mütter betreut werden. Sie lernen Tätigkeiten wie das Schneidern.
„Was verdient ein Lehrer in Burundi? Was machen Sie, wenn Sie Kinder mit Mangelerscheinungen aufnehmen? Welche Zukunft haben die Kinder?“ Die Schülerinnen und Schüler stellen viele interessierte Fragen, Ziser antwortet geduldig: „Lehrkräfte bekommen je nach Qualifikation zwischen 80 und 120 € monatlich. Kinder mit Mangelernährung werden ärztlich betreut in unserer Krankenstation aufgepeppelt. Zukunft bedeutet, dass wir die Kinder in die Selbständigkeit begleiten. So ermöglicht beispielsweise eine Schreinerausbildung ein eigenes Einkommen. Manche Kinder werden auch studieren und Aussicht auf ein gutes Gehalt haben.“ „Wie verkraften Sie den Wechsel zwischen Burundi und Deutschland?“, will noch ein Schüler wissen. „Das ist aufgrund des krassen Gefälles zwischen Armut und Reichtum wirklich schwierig“, so Ziser.
Die Schülerinnen und Schüler sind froh, dass ihre Gaben den Kindern in Burundi helfen. Sie sowie ihre Eltern und Freunde der Schule haben im vergangenen Schuljahr ca. 4.000 € an burundikids e.V gespendet. In diesem Jahr hat eine berufliche Schulklasse eine Patenschaft für einen Internatsplatz an der Schule in Bujumbura, der ca. 55 € monatlich kostet, übernommen. Weitere Klassen wollen dem Beispiel folgen.
Informationen zu burundikids e.V. sowie zu Möglichkeiten, wie Sie direkt helfen können, finden Sie unter www.burundikids.org , Infos zur M.A.I. unter www.merkur-akademie.de

  • Phillip Ziser informiert Schüler der M.A.I. über die Situation in Burundi am 23.09.10 - 2
  • Phillip Ziser informiert Schüler der M.A.I. über die Situation in Burundi am 23.09.10 - 3
  • Phillip Ziser informiert Schüler der M.A.I. über die Situation in Burundi am 23.09.10

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